Internet-Pranger bei Facebook

Der US-Bundesstaat Louisiana will mit einem neuen Gesetz verurteilte Sexualstraftäter, die in sozialen Netzwerken aktiv sind, zur Offenbarung ihres Verbrechens zwingen. Das umfasst laut einem Bericht von CNN die Nennung des Delikts, die Urteilsbegründung, die Wohnanschrift sowie eine Beschreibung körperlicher Charakteristika. 

 

Quelle: Heise.de

Mac$ kommentiert in einem privaten Forum:

Stirbt die Vernunft eigentlich aus? Man muss sich ja nicht den Kopf zerbrechen, um spontan das Ausmaß dieser Absurdität zu erfassen.

Gäbe es so etwas wie Vertrauen in den Rechtsstaat, in Verhältnismäßigkeit und Sinn der Strafverhängung, in den Erfolg von Resozialisierung, wäre es schon einmal von vornherein nicht notwendig, so einen Scheiß wie dieses Google Maps für Sexualstraftäter zu führen oder die Täter dazu zu verpflichten, so gut wie jeden über seinen Delikt aufklären zu müssen. Über die teilweise aberwitzige Rechtsprechung in den USA, was Sexualdelikte angeht, gar nicht zu sprechen, verhindert man damit Netz-Anonymität und beweist sein Unverständnis für das Internet.

Konsequenterweise müssten Straftäter dann auch bei jedem Telefonat ihre Tat erwähnen und unter jedes Fax setzen. Selbst wenn man sich nur auf das Internet beschränkt, wo fangen soziale Netzwerke an und wo hören sie auf? Muss ich meine Straftaten auch z.B. in meinem OkCupid oder Last.fm Account oder weiß der Geier erwähnen? In Foren? Müsste ich in World of Warcraft schreiben: “Suche Schlachtzuggruppe. Hab mir außerdem von einer 15-Jährigen einen lutschen lassen”? Das ist natürlich auch nur zur Vorsicht, nicht als weiterer Pranger gedacht. Fällt dann sicherlich noch leichter, an Jobs oder Beziehungen zu kommen oder einfach am normalen sozialen Leben teilzunehmen nach Abbüßen der Haftstrafe. Da kann man die Leute auch direkt auf ewig wegsperren.

Advertisements