Nerds im Parlament

Für Handelsblatt Online habe ich den Erfolg der Piratenpartei gestern analysiert.

 

Während für diese Generation digitale Technologien selbstverständlich nutzt, spricht die etablierte Politik meist nur von den Gefahren. Zum Alltag vieler Jugendlicher gehören heute beispielsweise Computerspiele. Doch während andere kulturelle Erzeugnisse wie Filme in Deutschland gefördert werden, finden Computerspiele bei Politikern meist nur im Zusammenhang mit Amokläufen, Sucht oder Vereinsamung Erwähnung. Während junge Erwachsene tagtäglich die vielen Vorzüge einer freien und unzensierten Kommunikation im Internet genießen, behandelt die etablierte Politik das Internet vornehmlich im Kontext von Kinderpornografie oder Hacker-Angriffen. Und während Unionspolitiker die verdachtslose Speicherung aller Internet-Verbindungsdaten fordern, machen sie gleichzeitig Front gegen neue Dienste wie Google Street View oder Facebook – und zwar aus Datenschutzgründen.

Die Technikfeindlichkeit kommt dabei bei weitem nicht nur von rechts. Erst kürzlich beschrieb Spiegel-Online-Autor Christian Stöcker in seinem Buch „Nerd Attack“ die Vorbehalte gegen die Computer als „Arbeitsplatzvernichtern“ aus dem linken politischem Spektrum.

Doch nicht nur von der Politik fühlt sich die „Generation C64“ entfremdet, auch die Industrie hat aus der Sicht vieler den Anschluss verloren. Statt neue digitale Distributionskanäle mit aller Macht voranzutreiben, klammern sich Musik- und Filmindustrie an alte Geschäftsmodelle und rückten jugendliche „Raubkopierer“ in Kampagnen in die Nähe von Schwerverbrechern. Dieses gesellschaftliche Umfeld muss man im Hinterkopf behalten, um den kometenhaften Aufstieg der Piraten nachvollziehen zu können.

 

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