Exklusiv: Wie viel Murdoch steckt in der Bild-Zeitung?

Die sich überschlagenden Nachrichten rund um den Skandal des Murdoch-Konzerns NewsCorp (u.a. Fox News, Wall Street Journal, Sun) werdet ihr sicher verfolgt haben: Reporter des britischen Boulevard-Blatt “News of the World” haben sich unter der damaligen Chefredakteurin und Rupert-Murdoch-Vertrauten Rebekah Brooks  unter anderem in Mailboxen eingehackt, Nachrichten gelöscht und Angehörigen von Mordopfern durch aktives Eingreifen Informationen vorenthalten. Sie haben dabei offenbar auch die britische Polizei bestochen. Einen Kurzüberblick gibt Wikipedia.

Nun behaupten viele, derartiges sei in Deutschland undenkbar. Diese Meinung teile ich leider nicht. Von einer zuverlässigen Quelle weiß ich, dass die Bild-Zeitung in ähnlichen Fällen ebenfalls moralisch fragwürdig vorgeht. Jene Quelle berichtete mir beispielsweise folgenden Fall: Ein junger Mann stirbt bei einem Autounfall. Eine junge Nachwuchsjournalistin bekommt den Auftrag, mehr über den Fall herauszufinden. Sie ruft die Mutter des Verstorbenen an und erweckt bei ihr den Eindruck, sie sei eine Bekannte des Verstorbenen, die an ihm interessiert sei.

Die Mutter ist überrascht und ein wenig gerührt. “Das ist aber schön”, sagt sie, “mein Sohn hatte mit Frauen sonst immer gar nichts zu tun”. So öffnet sie sich und gibt der Journalistin Details über den Verstorbenen und den Unfallhergang preis, über die die Bild später berichtet. Das Vorgehen mag nicht juristisch kriminell sein – aber was moralische Abscheulichkeit angeht, steht der deutsche Schmierblattjournalismus der Bild-Zeitung dem britischen in nichts nach.

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