Der Produktionsfaktor der Finanzmärkte

Der heutige Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, beschrieb in seiner 1986 veröffentlichten Schrift “Risiko als Produktionsfaktor” den produktiven Charakter des Risikos für eine Volkswirtschaft. Als Risiko ist dabei die erwartete Varianz (Breite der wahrscheinlichen Möglichkeiten) eines unternehmerischen Erfolgs definiert. Sinn plädierte damals für die Einführung des Risikos als Produktionsfaktor neben den Klassikern Arbeit, Kapital und Boden.

Sinn leitet in der Schrift eine positive Grenzproduktivität des Risikos ab, das heißt: Mit mehr Risiko könnten Unternehmen im Schnitt mehr erwirtschaften. Wie Ökonomen allgemein, geht er davon aus, dass Menschen risikoavers sind, also Risiken so weit wie möglich vermeiden. Daher geht er davon aus, dass Unternehmen im Schnitt auf Rendite verzichten, um Risiken zu vermeiden. Statt eines Projekts, dessen Ergebnisvarianz im Schnitt hoch liegen würde aber gleichzeitig sehr breit ist, präferieren Unternehmen solche Projekte, deren Durchschnittsergebnis zwar unter dem des risikobehafteten Projekts liegt, aber deren zu erwartene Ergebnisvarianz geringer ist. Leider bleibt Sinn bei rein theoretischen Überlegungen, mit denen er seine Annahme rechtfertigt und liefert keine empirische Belege für seine These.

Wenn es aber stimmen sollte, dass Risiken im Schnitt eine positive Grenzproduktivtät aufweisen und dass auch Sparer im Schnitt risikoavers sind, wären Finanzmärkte aus meiner Sicht – zumindest in einer Hinsicht – für eine Volkswirtschaft produktiv. Das lässt sich aus der empirisch gut belegten Portfoliotheorie des US-Ökonomen Harry Max Markowitz ableiten. Markowitz weist nach, dass Anleger durch Diversizifierung ihres Aktienportfolios ihre Rendite maximieren können, ohne das Risiko zu steigern. Dazu müssen Anleger ihr Investment nur auf solche Aktien aufspalten, deren Renditeerwartung negativ korrelieren.

Ein vereinfachtes Beispiel: Ein Anleger, der in einen Regenschirmhersteller investiert, sollte gleichzeitig auch Aktien eines Sonnencremehersteller kaufen. Beide Investments sind riskant, weil wetterabhängig – doch wenn der eine profitiert, verliert der andere. So kann die Gesamtergebnisvarianz der Rendite (das Risiko) minimiert werden, während das Risiko der beiden Einzelinvestments gleich bleibt. Finanzmärkte ermöglichen also eine Risikodiversifikation, wodurch mehr Geld in riskantere Anlagen investiert wird, was insgesamt – zumindest Sinns Theorie nach – die Produktivität der Volkswirtschaft (also Aggregate supply) steigert.

Empirische Daten lassen an Sinns These allerdings zweifeln: Sie zeigen, dass Unternehmer im Schnitt deutlich risikoaffiner sind als andere Menschen. Das zeigt sich auch daran, dass Selbstständige für das höhere Risiko, das sie im Vergleich zu Festangestellten eingehen, im Schnitt nicht durch ein höheres Einkommen entschädigt werden. Entweder sind Unternehmer also nicht risikoavers – oder es gibt andere Gründe wie beispielsweise Autonomie, die das höhere Risiko ausgleichen. Oder die Selbstständigen schätzen ihren künftigen Erfolg zu hoch ein. Wäre der Mensch ein homo oeconomicus, gäbe es allerdings keine Unternehmer.

Finanzmärkte scheinen Sinn auf der anderen Seite recht zu geben: Risikoinvestments werden im Schnitt durch eine höhere Rendite belohnt.

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7 thoughts on “Der Produktionsfaktor der Finanzmärkte

  1.  Man kann auch selbständig sein, weil man keinen Bock hat, einen Chef über sich zu haben.

  2. Hab ja geschrieben: “andere Gründe wie beispielsweise Autonomie”.


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