Podcast: Generation C64

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Liebe Blog-Leser,

dank der Deutschen Telekom veröffentliche ich hiermit meinen ersten Podcast. Gestern Nacht ist nämlich zum wiederholten Male unsere DSL-Verbindung ausgefallen.

Das nahm ich zum Anlass spontan ein paar Dinge über die sogenannte “Generation C64” aufzunehmen, von der in den Medien dieser Tage so viel die Rede ist. Der Begriff geht zurück auf einen Artikel von Christian Stöcker, der bei Spiegel Online Anfang des Monats veröffentlicht wurde.

Der Wirbel um die Bundestags-Petition gegen Internet-Sperren und die Erfolge der Piratenpartei sowie deren Medienpräsenz haben ein Schlaglicht auf diese netzpolitisch interessierten Jugendlichen geworfen, deren  Ziele ich bereits hier kurz porträtiert habe.

In diesem Podcast habe ich versucht einige der Missverständnisse zu erläutern zwischen denen, die mit Computern und dem Netz aufgewachsen sind (“Digital natives“) und jetzt politisch aktiv werden – und allen anderen, die angesichts von Forderungen wie freiem Zugang zu Kinderpornographie nur den Kopf schütteln können.

Es war schwerer als ich dachte, an einem Stück ohne Unterbrechung zu reden. Ich hatte mir auch kein Skript oder Stichpunkte aufgeschrieben, sondern spontan losgelegt. Verzeiht bitte die vielen Pausen und Ähs, es war für mich ungewohnt völlig ohne Gesprächspartner ohne Pause durchzureden. Gerade was das Grundrecht auf Informationsfreiheit angeht, habe ich mich glaube ich auch etwas sehr oft wiederholt – aber das ist ja auch ein wichtiger Punkt. 😉 Auch die Soundqualität ist leider alles andere als gut, da ich leider nur mein billiges internes Notebook-Mikro zur Verfügung hatte.

Übrigens: Allen, die das Thema Generation C64 aus politikwissenschaftlicher Sicht interessiert, kann ich diesen Blog-Artikel empfehlen, der das Thema im Lichte der Konfliktlinientheorie betrachtet. Ich habe das auch kommentiert. Un nur am Rande: In der SPD hat sich bereits die Gruppe Piraten in der SPD gebildet, die gegen den Beschluss der Partei Sturm laufen, die Netzsperren mitzutragen.

Kristian Köhntopp findet etwas harschere Worte als ich zum Generationenkonflikt:

Rupert Scholz und mit ihm die Partei, die er repräsentiert, stehen für diese Welt der Zurückgebliebenen. Wir nennen sie Alte Männer mit Kugelschreibern oder Internetausdrucker. Wir wissen nicht, wie wir mit ihnen reden sollen und wie wir ihnen unsere Welt erklären sollen, und wir hoffen, daß es eine biologische Lösung für dieses Problem gibt.

Aber im dann Folgenden bringt er exakt das auf den Punkt, was so viele, denen Computer und das Netz fremd sind, einfach nicht begreifen können oder wollen:

Unsere Computer sind Kopiermaschinen. Um ein Programm auszuführen muß es von einem Medium in den Speicher, vom Speicher in den Prozessor kopiert werden, ebenso alle Daten. Ergebnisse werden zurück kopiert. Der Befehlssatz eines jeden Rechners hat circa zehn Mal mehr Kopier- als Rechenbefehle.

Unsere Netze sind Kopiermaschinen. Wir sagen wir ‘senden eine Nachricht’, aber das Wort ist falsch. ‘Senden’ impliziert, daß die Nachricht sich bewegt und für den “Ab”-Sender nicht mehr da ist. Das ist in der realen Welt so, aber nicht im Netz: Wir kopieren eine Nachricht an die Empfänger.

Das Wesen aller IT ist die Kopie.

Das Wesen aller Kommunikation und der darauf aufbauenden Kultur ist es auch. Wer jemals eine Retweet-Welle durch Twitter hat laufen sehen, oder einem Exchange-Server beim Verdauen des neusten Powerpoint-Spams mit lustigen Katzenbildern zusehen konnte, der weiß dies aus eigener Anschauung.

Nein, im Ernst – dieses Blog hier ist voll von orignalem Content. Das Zeugs ist nicht ganz schlecht, glaube ich, weil mir Leute schreiben, die das verwenden oder gar bezahlen wollen. Dieses Blog ist auch voll von Links und von Zitaten. Ohne diese Links und Zitate wäre dieses Blog sinnlos. Und dieses Sharing von Inhalten, das Weitergeben von URLs und Texten ist wichtig, denn es macht das Wesen von Nachrichten und Diskussionen aus.

Computer sind Kopiermaschinen. Das Netz macht aus allen Computern auf der Welt eine einzige Kopiermaschine. Und die Generation Rupert Scholz glaubt, daß sie noch politischen Gestaltungsspielraum hat.

Hier ist die Wahl. Sie ist die einzige Wahl. Sie ist digital, wie das Medium, das die Wahl erzwingt:

1. Kopieren hinnehmen.
2. jede Kommunikation von Jedermann mit jedem anderen immer auf ihre Legalität hin untersuchen und filtern.

Wenn Fall 2 nicht stattfindet, bildet sich sofort ein Overlay-Netzwerk und Fall 1 tritt ein.

Jede der beiden Entscheidungen verändert unsere Lebensart.

Ja, ich habe auch keine Lösung. Ich kann nur garantieren, daß dies die Wahl ist, und daß sie unausweichlich ist. Und meine Präferenz ist auch klar. Sie hängt damit zusammen wie ich lebe.

Quelle: blog.koehntopp.de

Oder, wie es Andy Müller-Maguhn schon vor fast zehn Jahren auf den Punkt gebracht hat: “Es gibt keinen Kopierschutz, bestenfalls Kapierschutz“.

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6 thoughts on “Podcast: Generation C64

  1. Von wegen erster Podcast.

  2. Es wird wahrscheinlich noch viel erste geben. Also es ist der erste, klassische “Ich laber vor mich hin”-Podcast. Das andere war ja eher ein Interview.

  3. Guter Podcast! Respekt für die freie Rede. Bringt mich zum Nachdenken darüber auch mal bisschen Audios zu machen.
    Konnte mir als nicht mehr ganz dieser Generation angehörig (zu jung) auch ein paar Aspekte näher bringen, wie und unter welcher Geisteshaltung das alles entstanden ist, was ich hier jetzt mehr oder weniger fertig vorfand vor ein paar Jahren 😉 .
    Ein wichtiger Aspekt, und das ist nur wenigen klar, ist meiner Meinung nach wirklich, dass “wir” eine der “verfassungstreuesten” Generationen mit einem äußerst ausgeprägten Rechtsbewusstsein sind und derzeit wirklich das Gefühl einer Bedrohung des Staates durch seine Protagonisten selbst besteht. Guter Punkt, der selten so erwähnt wird.
    Ich fürchte nur, dass das hier nicht wirklich das richtige Medium ist um die Mitmenschen auf der anderen Seite der Altersskala zu erreichen…

  4. Da hast du recht, stationsarzt. Eigentlich müsste sowas in die gedruckte Tageszeitung oder ins Fernsehen. Zwei Medien, die von den jüngeren Generationen fast gänzlich verschmäht werden.

  5. Also wenn es darum geht, welche Partei ich wählen würde, dass waäre es eine andere als die
    verfassungsfeindliche partei
     

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