Was uns die US-Autokrise auch noch lehrt

Handelsblatt-Redakteur Frank Wiebe (Blog: Weitwinkel) widmet mit sich in einem interessanten Essay über den Kapitalismus – und wie man ihn retten kann: Den Kapitalismus neu definieren. Damit reiht er sich ein in die lange Liste von Wirtschafts-Medizinern, die sich derzeit um das Patientenbett der Weltwirtschaft drängen und mal mehr oder weniger hilfreiche Vorschläge zur Genesung vortragen.

Selten aber hat jemand die vielen ordoliberalen Lügen der zum Glück vergangenen Sabine-Christiansen-Ära in Deutschland so präzise und kompakt beschrieben. Vieles Wichtige wird angesprochen, u.a. die Bedeutung staatlicher Stabilität für einen funktionierenen Markt und die ausgeglichene Einkommens- und Vermögensverteilung.

Statt über steigende Einkommen für größere Kaufkraft zu sorgen, wurde in den USA über die Immobilien-Blase Eigentum geschaffen, das wiederum als Pfand genutzt wurde, Kredite aufzunehmen – und so kam über diesen Umverteilungsmechanismus durch die Hintertür die steigende Kaufkraft zustande, die der Kapitalismus in den USA als Schmieröl benötigte. Siehe dazu auch: Finanzkrise = Eigentumskrise?

Einen Aspekt fand ich in seinem Essay, der mir neu war und den ich sehr interessant finde: Ein Staat, in dem Sozial- und Gesundheitssystem wie die USA privatisiert sind, leidet unter extremen Wettbewerbsverzerrungen zwischen den Branchen. Das ist aus ökonomischer Sicht zwar weniger tragisch als eine Wettbewerbsverzerrung innerhalb von Branchen, banachteiligt die einheimische Autoindustrie aber beispielsweise deutlich gegenüber Importen:

Die USA haben in jüngster Zeit noch ein zweites historisches Beispiel dafür geliefert, dass der Kapitalismus mit Sozialstaat besser funktioniert als ohne. Die drei großen Autokonzerne in Detroit – GM, Ford und Chrysler – haben über Jahre hinweg ihre Belegschaft abgebaut. Geblieben ist ihnen eine gewaltige Soziallast. Denn in den USA hängen Altersvorsorge und Krankenversicherung sehr vom einzelnen Arbeitgeber ab, weil der Sozialstaat nur ein dürftiges Niveau hat. Die Folge ist eine, abhängig von der jeweiligen Vorgeschichte, völlig ungleichgewichtige Belastung der Unternehmen. Der Nahezu-Bankrott der US-Autokonzerne ist daher der Offenbarungseid eines unausgewogenen Sozialsystems. Der Staat sollte sich um das kümmern, was er besser kann als Unternehmen.

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5 thoughts on “Was uns die US-Autokrise auch noch lehrt

  1. Also ich bin immer noch zufrieden mit den Besuchern.Auch wenn jeder von der Krise redet kommen bei mir täglich so zwischen 300 bis 400 Besucher vorbei.(Ok vor der Krise waren es so ca. 600).Die Leute schauen schon ein bischen besser auf Ihr Geld aber im grossen und ganzen suchen sie schon nach günstigen Schnäppchen.Viel Erfolg wünsche ich auch allen anderen Online Publishern.Gruss Hans

  2. ich halte es auch für eine schlechte idee soziale versorgung von den arbeitgebern abhängig zu machen, das kann leist zu einem unwünschenswerten ungleichgewicht fürhren..
    das gleihe gilt für staaten. oder etwa nicht? warum haben leute in china nicht die gleichen möglichkeiten sich zu sozialversichern wie hier?
    @hans:du schreibst als gäbe es bei dir auch penisverlängerung 😛

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