AIG: Der falsche Zorn

Populismus hat immer Konjunktur – insbesondere in Krisenzeiten. Der US-Versicher AIG wurde mit Steuergeld gerettet. Das hat einen guten Grund: Der größte internationale Versicherer überhaupt ist eng mit der weltweiten Finanzwirtschaft verflochten, wohl kein Versicherungsinstitut weltweit, hat so viele instituitionelle Kunden. Ein zweiter Finanz-Tsunami wie nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers wollten die USA in diesem Fall verhindern.

Nun kommt AIG nach der Rettung natürlich seinen vertraglichen Verpflichtungen gegenüber Kunden nach – selbstverständlich auch gegenüber ausländischen Banken wie Société Générale (Frankreich), Deutsche Bank, Barclays (Großbritannien) und UBS (Schweiz).

Ein immer größerer Teil der US-Öffentlichkeit ist empört: “Unser Steuergeld fließt ausländische Banken?“, hört man dort allerorten. “Ja, natürlich!”, bin ich geneigt zu entgegen. Es war ja gerade der Sinn der Rettungsaktion, eine weitere Kettenreaktion von Abschreibungen zu verhindern. Mal davon abgesehen, dass eine Nichterfüllung vertraglicher Pflichten AIGs nicht nur illegal, sondern auch höchst geschäftsschädigend für künftige Geschäfte des Versichers sein dürfte.

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2 thoughts on “AIG: Der falsche Zorn

  1. Soweit ich das mitgekriegt habe haben die sich aber eher über die ca. 170 Millionen $ die seit dem Bailout in Form von Bonusen an die Bosse ausgezahlt wurden.

  2. Das auch – das hat auch Obama kritisiert. Aber die neueste Diskussion geht um die Zahlungen an ausländische Vertragspartner.

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