Die HRE und der sogenannte Marktpreis

Angela Merkel will bei der geplanten Enteignung des angeschlagenen Immobilienfianzierer Hypo Real Estate (HRE) Marktpreise an die Aktionäre zahlen, sagte sie gegenüber dem Deutschlandfunk. Großaktionär J.C. Flowers verlangt deutlich mehr. Merkel ist damit schon mal weiter als in der ökonomischen Fragen nur noch als grenzdebil zu bezeichnende Bundeswirtschaftsminister zu Guttenberg.

Aber selbst der Marktpreis von derzeit rund 90 Cent pro Aktie wären meines Erachtens noch 90 Cent zu viel. Im Grunde ist die HRE längst pleite, ohne die staatlichen Unterstützungen und Garantien über 102 Milliarden Euro wäre die Bank schon abgewickelt worden und HRE-Aktien genausoviel wert wie die von Lehman Brothers, nämlich gar nichts.

Einen echten Marktpreis gibt es damit schon lange nicht mehr. In den derzeitigen Marktpreis sind nicht nur die bereits geleisteten staatlichen Garantien eingepreist, sondern auch die Selbstverpflichtung der EU-Länder, keine systemisch wichtige Bank pleite gehen zu lassen – koste es, was es wolle.

Wenn jetzt also die HRE-Aktionäre bei der dringend notwendigen Enteignung entschädigt werden, hat das mit freier Marktwirtschaft wenig zu tun. Die Aktionäre haben es versäumt, ihr Eigentum zu schützen. Sie haben es versäumt, über den Aufsichtrat dafür zu sorgen, dass ihr Institut überlensfähig bleibt. Der Staat musste einspringen, um in einer gefährlichen Finanzkrise systemische Risiken abzuwenden.

Handelsblatt-Redakteur Frank Wiebe merkt dazu an:

Stellen Sie sich vor, sie seien Aktionär einer bankrottreifen Bank und bekommen Post von der Finanzaufsicht: „Sehr geehrter Herr XY, wir fordern Sie hiermit auf, zusammen mit den anderen Aktionären der YZ-Bank bis zum 15.3.2009 nachzuweisen, dass die Bank über eine aufsichtsrechtliche Kernkapitalquote von mindestens XYZ Prozent verfügt.

Sollte dieser Nachweis nicht erbracht werden, gehen die Aktien automatisch in Staatsbesitz über, um einen Zusammenbruch der Bank mit unakzeptablen Folgen für das gesamte Finanzsystem zu verhindern.“

Quelle: Weitwinkel

So könnte Enteignung nämlich auch aussehen – und das wäre meines Erachtens sehr viel fairer. Derzeit muss der Steuerzahler erst dafür sorgen, dass die Bank am Leben erhalten wird. Er sorgt somit zwangweise für einen Restwert der Aktien, für die der Staat dann nochmals zahlen soll, um Kontrolle über die Bank zu erhalten.

Der Vorteil eines derart offensiven Vorgehens wäre: Die privaten Aktionäre hätten die Wahl und damit auch den Schwarzen Peter. Nicht der Staat entschiede, ob er eine Bank verstaatlichte, sondern die Aktionäre träfen die Entscheidung, ob sie die Bank selbst retten oder dem Staat überlassen wollten.

Quelle: Weitwinkel

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4 thoughts on “Die HRE und der sogenannte Marktpreis

  1. Wieso der Staat derart bei den “Verhandlungen” mit Flowers rumlaviert, versteh ich nicht. Wieso soll Flowers auch nur einen müden Euro bekommen?  Nicht der schlechteste Gedanke: Die Pflicht zur Enteignung .

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