Mit dem Hubschrauber gegen das Deflationsmonster

Droht uns global eher Inflation oder Deflation? Darüber streiten sich die Experten derzeit so heftig, wie selten zuvor – kein Wunder, ist diese Krise doch einmalig. Einig sind sich jedoch alle darin, dass eine echte Deflation, also das anhaltende Sinken der Preise, weitaus gefährlicher für die Wirtschaft wäre.

Für Inflationsängste sprechen vor allem die massive Menge an Buchgeld, die die Notenbanken während der Krise aus dem Nichts erschaffen haben, um für die Liquidität der Banken zu sorgen sowie die Niedrig- bis Nullzinspolitik der Notenbanken rund um die Welt, um den Wirtschaftskreislauf wieder in Gang zu bringen. Zumindest die Niedrigzinspolitik kann aber natürlich relativ schnell und unproblematisch wieder nach oben korrigiert werden, sobald die Weltkonjunktur wieder anspringt – und auch erst dann wäre die Inflationsgefahr real. US-Notenbankchef Ben Bernanke sieht daher auch mittelfristig kaum reale Inflationsgefahr:

US-Notenbankchef Ben Bernanke erklärte vor dem Finanzausschuss weiterhin, er rechne auf absehbare Zeit mit keiner größeren Inflationsgefahr. Die Federal Reserve werde die Geldflut rechzeitig eindämmen und damit die Inflation im Zaum halten. “Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir zum richtigen Zeitpunkt die Zinsen anheben und den Nachschub an Geld reduzieren können, um eine Preissteigerung zu vermeiden”, sagte der Fed-Chef vor dem Finanzdienstleistungsausschuss des Repräsentantenhauses. Mehrfach betonte der Fed-Chef die Bedeutung eines entschlossenen Vorgehens in dem Moment, in dem die zweitgrößte Volkswirtschaft aus der Rezession herauskommt. “Es ist sehr wichtig für uns, dann unsere expansive Geldpolitik aufzugeben”, sagte er.

Quelle: Handelsblatt.com

In eine Deflation könnten wir dagegen rutschten, weil aufgrund der weltweiten Rezession die Rohstoffpreise (von den besonders in Krisenzeiten gefragten Edelmetallen abgesehen) ins Bodenlose fallen und in der Krise alle Cash horten und versuchen sich zu entschulden.

Ursache einer Deflation ist im Grunde eine allgemeine Überschuldung, die in einer zu langen Phase des wirtschaftlichen Optimismus entstand. Nun, da die Überschuldungs-Blase implodiert, trüben sich die Aussichten aller Unternehmen und Privathaushalte gleichzeitig und plötzlich ein. Die Folge: Weil alle Krisenzeiten entgegensehen, wollen sich alle gleichzeitig entschulden – und das möglichst schnell. Das setzt einen Teufelskreis der Deflation in Gang, den das Manager Magazin sehr schön beschreibt:

Der beschleunigte Schuldenabbau führt zu Notverkäufen, schrumpfenden Spareinlagen, Preisverfall, Insolvenzen, Produktionsstopps, Arbeitslosigkeit, Pessimismus, dem Horten von Barvermögen, einer Aufwertung des Geldes und so zu einem Anstieg der realen Zinslast.

Mehr: manager-magazin.de

Alle horten also ihre Besitztümer und das Geld, Kredite werden kaum noch vergeben, Investitionen und Konsum stürzen ins Bodenlose – und der gesamte Wirtschaftskreislauf kommt zum erliegen.

Das Monster der Deflation ist schwer zu besiegen: Billiger als umsonst können die Notenbanken das Geld nicht verleihen – zumal es auch gar nicht in den Unterehmen und Privathaushalten ankommt, weil die Banken selbst kostenloses Geld nicht mehr verleihen.

Auch wenn der nominale Zins bei null liegt, kann der reale, also inflationsbereinigte Zins durchaus noch positiv sein, dann nämlich, wenn die Preise fallen. Für die Notenbanken ist das ein Horrorszenario, weil sie dabei die Kontrolle über den realen Zins verlieren. „Während der großen Depression fiel das Preisniveau in den USA um 25 Prozent“, ruft Kevin Gaynor von der Royal Bank of Scotland in Erinnerung: „Die Wirtschaft schrumpfte und gleichzeitig stiegen die realen Kapitalkosten – das Gegenteil von dem, was man sich wünschen würde.“

Quelle: Handelsblatt.com

Um dieses Dilemma zu umgehen, hat der Ökonom Milton Friedman mal einen besonders kreativen Vorschlag gemacht: Das Helikoptergeld.

Keynes monetaristischer Gegenspieler Milton Friedman prägte den Begriff des „Helikoptergeldes“ als Möglichkeit, das Problem zu lösen. Die Notenbank könne Geldgeschenke an die Bürger verteilen, um die Banken zu umgehen, sie könnte quasi Geld vom Helikopter verstreuen. So lässt sich auch interpretieren, was die Federal Reserve bereits tut: Sie hat ihre Bilanz durch Drucken von Geld von knapp einer auf über zwei Billionen Dollar ausgeweitet, Tendenz steigend.

Quelle: Handelsblatt.com

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3 thoughts on “Mit dem Hubschrauber gegen das Deflationsmonster

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