Kurze Krisen-Umschau

Die Wirtschaftskrise hält uns und die Medien weiter in Atem. Ein kurzer Überblick über die aktuellen Entwicklungen, Blog- und Pressestimmen.

The never-ending Bail-out: Während für Rob Cox bereits die Verstaatlichung als wahrscheinlichste Option über der Citigroup schwebte, entschied sich die US-Regierung doch anders: Eine Bürgschaft von historschiem Ausmaß – insgesamt 306 Mrd. Dollar – soll das Vertrauen bei Kunden, Anlegern und anderen Banken wiederherstellen, berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf Kreise. Langsam stell ich mir dabei aber die Frage: Wer bürgt eigentlich noch für diesen Staat?

Bei der beispiellosen Serie von US-Bail-Outs blicken deutsche Unternehmer natürlich neidisch nach Übersee. Der Pharma-Unternehmer Adolf Merckl (Ratiopharm u.a.) beispielsweise hat eine schlappe Milliarde Euro mit Leerverkaufsoptionen auf VW-Aktien verzockt. Warum soll dafür nicht mal der Steuerzahler aufkommen, fragt sich der Unternehmer und willigt erst ein, den Verlust aus seinem Privatvermögen zu tragen, als sich Baden-Württemberg weigert. Weissgarnix.de kommentiert das genüsslich, die FTD bringt die Zockerei mit einer herrlichen Illustration auf den Punkt.

Vielleicht hat Herr Merckl einfach nicht genug politische Landschaftspflege betrieben. Eine Studie über die Motive der Bankenretter in den USA bringt nämlich ans Licht: Ob die Kongress-Abgeordneten dem Bail-Out-Plan von Finanzminister Paulson zugestimmt haben, hing vor allem davon ab, wie hoch die Wahlkampfspenden der Finanzbranche waren.

Let’s, first of all, understand that the biggest problem in this whole process was the deregulation of the financial system.

Barack Obama

Für den designierten US-Präsident Barack Obama ist die Hauptursache der Finanzkrise die Deregulierung der Finanzmärkte. Andererseits ließ er keine Gelegenheit aus, die boomenden Jahre der Clinton-Ära zu loben. Kaum einem ist der Widerspruch aufgefallen: Die meisten Deregulierungsmaßnahmen hat gar nicht George W. Bush unterschrieben, sondern Bill Clinton.

Ein völlig neuen Ansatz als Weg aus der Finanzkrise schlägt ein Dozent aus Stuttgart vor: Würde die Bundesbank Werbeflächen auf Banknoten vermieten, könnte der Bund damit bis zu 700 Milliarden Euro einnehmen. Viel Geld für weitere Bail-outs. Die Idee ist aber gar nicht so neu, wie nfitz.com herausfand.

Auch für den Ex-Chefredakteur von Handelsblatt.com, Julius Endert, kann es so nicht weitergehen: Er empfiehlt die Lektüre von Albert Einsteins  fast sechzig Jahre altem Text “Why Socialism?” (deutsche Übersetzung) und regt an über eine Wirtschaft 2.0 nachzudenken, statt “in Reflexe wie Straßenbau und Steuersenkung zu verfallen“.

Noch innovativer ist da höchstens noch der Ansatz von Uwe Wöllner:

Update: Immer wieder interessant zu diesem Thema ist George Soros zu lesen. Der Investor und Gründer der Open Society Foundation warnte schon seit Jahren vor Marktfundamentalismus und Deregulierung. Meiner Einschätzung nach vor allem, da er anders als viele akademischeÖkonmen vor allem mit der Realität der Finanzmärkte konfrontiert wurde statt mit modelltheoretischen Vorstellungen. Spiegel Online hat ein Interview mit ihm.

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4 thoughts on “Kurze Krisen-Umschau

  1. danke für den einstein-link 🙂
    (und den rest des beitrags.. 😉 )

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