Das Grunddilemma jeder Wirtschaftspolitik

Das Grunddilemma jeder Wirtschaftspolitik ist meines Erachtens nicht der oft zitierte angebliche Widerspruch zwischen Freiheit und Gleichheit – denn Deregulierung bedeutet in meinen Augen nicht automatisch Freiheit, es verschiebt nur die Macht vom Staat in Richtung Kapitaleigner, die zudem keiner demokratischen Kontrolle unterworden sind.

Das wirtschaftspolitische Grunddillema besteht meiner Meinung nach im Widerspruch zwischen möglichst effizienter Wertschöpfung und der Verteilungsgerechtigkeit.

Die Grundpfeiler des Kapitalismus sind das garantierte Eigentum und eine Rechtsordnung, die Investitionen erlaubt. Das garantierte Privateigentum regt die produktive Tätigkeit des Einzelnen an und mehrt so den Reichtum des Einzelnen. Die Möglichkeit das erwirtschaftete Eigentum zu investieren, führt in zweitem Schritt dazu, dass es nicht gehortet oder direkt verkonsumiert wird, sondern in Form einer Investition volkswirtschaftlichen Nutzen erbringt.

Die sich daraus ergebende Grundungerichtigkeit des Kapitalismus ist der bereits von Karl Marx beobachtete Gegensatz von Kapital und Boden auf der einen und Arbeit auf der anderen Seite: Allein durch den Besitz von Kapital und Boden wird Rendite erwirtschaftet. Je größer die Rendite, desto mehr Kapital und Boden kann zusätzlich erworben werden, wodurch die Rendite wiederum steigt (Akkumulation des Kapitals).

Zu allem Überflüss wird dieser Besitz auch noch vererbt und so vergrößert sich die Ungerechtigkeit von Generation zu Generation, so lange es keine grundsätzliche Umwälzung wie Krieg, Revolution oder Hyperinflation gibt.

Alle weitere Ungerechtigkeiten des Kapitalismus – wie der von den Gsell-Jüngern so gescholtene Zins – leiten sich zwingen aus dieser Grundungerichtigkeit ab.

Doch wie kann ein ordnungspolitischer Rahmen geschaffen werden, der diese Grundungerechtigkeit bekämpft, ohne die damit verbundenen Vorteile zu zerstören? Die Abschaffung des Privateigentums würde jede produktive Initiative im Keim ersticken. Das Bestrafen von Investitionen, beispielsweise durch eine hohe Kapitaleinkommenssteuer, ist volkswirtschaftlich schädlich, weil es eine künstliche Präferenz in Richtung Konsum erzeugt, die Investionen verhindert.

Meiner Meinung nach wäre eine Erbschaftssteuer von nahezu 100% ab einem bestimmten Vermögen ein Weg aus dem Dilemma, um die Ungerechtigkeit der Kapitalakkumulation nicht wenigsten noch immer weiter zu vererben und dadurch zu verschärfen. Allerdings gibt es praktische Erwägungen, die dagegen sprechen – beispielsweise die zahlreichen Möglichkeiten, die Steuer über verdeckte Schenkungen zu umgehen.

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4 thoughts on “Das Grunddilemma jeder Wirtschaftspolitik

  1. Die Abschaffung des Privateigentums würde jede produktive Initiative im Keim ersticken.

    du scheinst eine wahrhaft seltsame vorstellung von produktivität zu haben. für mich heist proktiktv sein probleme zu lösen oder dinge zu optimieren. dabei geht es um eigeninteresse, nicht um das anhäufen von eigentum.
    zumal du ja dann im nächsten atemzug “den keim der produktivität” zu etwas machst nach dem der staat nach belieben verfahren kann..

    Das Bestrafen von Investitionen, beispielsweise durch eine hohe Kapitaleinkommenssteuer, ist volkswirtschaftlich schädlich, weil es eine künstliche Präferenz in Richtung Konsum erzeugt, die Investionen verhindert.

    investition zu betrafen verhindert sie, so weit so gut. aber was ist denn jetzt mit diesem künstlich? argumentierst du jeztz mit einer ‘natürlichen’ wirtschaftsordnung von der du 3 absätze zuvor behauptet hast sie könne eh nicht funktionieren?
    würdest du dann wenigstens zugeben das das ‘recht’ eines eigentümers einen dieb einsperren zu lassen noch viel ‘unnatürlicher’ ist? und es nicht eigentlich auch ‘unnatürlich’ ist wenn ein firmenbesitzer immernoch glaubt in der firma leute herumzukommandierren, obwohl diese ihm bereits soviel geld erwirtschaftet haben, mit dem sie ihm anderenfalls die ganze bude aufkaufen könnten?
    ich persönlich glaube das es keine natürliche wirtschaftsordnung gibt, und das der eben angelegte maßstab wohl eher einer der ästhetik oder gerechtigkeit oder sowas ist..und ein solches ästhetikempfinden ist nunmal subjektiv, deswegen denke ich nicht das man leute irgendwelchen experimenten hindern darf, nur weil ich sie mir als unästhetisch erscheinen.aber ich denke das sie kein recht haben andere zur teilnahme an ihren experimenten zu zwingen. (oder aber anderen ihre eigenen experimente zu verbieten)

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