Untergang des Qualitätsjournalismus durch das Internet?

When you’re young, you look at television and think, there’s a conspiracy. The networks have conspired to dumb us down. But when you get a little older, you realize that’s not true. The networks are in business to give people exactly what they want. That’s a far more depressing thought. Conspiracy is optimistic! You can shoot the bastards! We can have a revolution! But the networks are really in business to give people what they want. It’s the truth.

Steve Jobs

 

Neues erzeugt immer Ängste. Und die sind nicht immer unbegründet. Für den Kopisten war Gutenbergs Druckmaschine mit beweglichen Lettern katastrophal geschäftsschädigend. Das ändert jedoch nichts daran, dass die Erfindung für die Menschheit einen Fortschritt bedeutete.

Auch heute haben wieder viele Angst: Vor dem Internet. Zum Beispiel davor, das Internet könne den Qualitätsjournalismus gefährden.

„Er bittet vorgelassen zu werden, er hab’ Euch eine wichtige Zeitung“ schrieb Schiller 1781 in „Die Räuber“. Damit meinte er nicht das bedruckte Papier, sondern die ursprüngliche Bedeutung des Wortes: die Nachricht. Ein Interesse an wichtigen und sauber recherchierten Nachrichten wird es immer geben. Wenn also die Zeitung auf gedrucktem Papier verschwinden wird, dann, weil sich das Medium überlebt hat, nicht der Inhalt des Mediums.

Die elektronische Form der Nachrichtenverbreitung bietet zahlreiche Vorteile: Keine Platzbeschränkungen, die Erläuterung und Bereicherung von Nachrichten über Videos und interaktive Grafiken sowie direktes Feedback und Austausch der Leser über Kommentare.

Ein andere Sorge ist da schon realer: Fördert das Internet die „falschen“ Inhalte? Was im Onlinejournalismus aus marktwirschaftlicher Sicht zählt, ist der Klick. Und wie sich der am einfachsten erzielen lässt, macht beispielsweise ein Blick auf Welt.de deutlich. Wer schon immer mal mitraten wollte, welchem Promi welches Dekolletè gehört, wird dort meist fündig. Angeboten wird, was die Leser klicken.

Erstmals in der Geschichte des Journalismus erfahren die Medienmacher im Internet ungefiltert und ungeschönt, was die Besucher wirklich lesen und reagieren darauf. Gefährdet das Internet also den Qualitätsjournalismus oder sind es die Leser?

 

Links

 

Advertisements