Steht die globale Wirtschaft vor dem Kollaps?

Das Vertrauen in die staatlichen Notenbanken schwindet, die globale Inflation nimmt überhand. Eine zunehmende Zahl von Experten erwartet nach den immer neuen Rekorständen bei Rohstoffen nun eine Flucht ins Gold. So zum Beispiel Finanzkolumnist Bill Bonner, der in der Süddeutschen einen baldigen Zusammenbruch des Papier-Geld-Systems voraussagt.

Dass die globale Wirtschaft derzeit von Krisen geplagt wird, dürfte keine Neuigkeit sein. Dabei war die Subprime-Krise nur der Auslöser für eine weit umfassendere Finanzkrise. Laut Oswald Grübel, dem ehemaligen Chef der Credit Suisse, stand das globale Finanzsystem sogar schon kurz vor dem Kollaps.

In der Süddeutschen meldete sich am Donnerstag ein weiterer Schwarzseher zu Wort: Finanzkolumnist Bill Bonner rechnet damit, dass das Papiergeld-System in naher Zukunft vollständig zusammenbricht. Grund sei die seit 1971 endgültig durchgesetzte Aufhebung des Goldstandards. Seit dem beruhe jegliches Vertrauen in unsere Währungen in der Annahme, dass die staatlichen Notenbanken ihre Macht, Geld beliebig nachzudrucken, nicht ausnutzten. Genau das aber habe insbesondere die US-Notenbank Fed unter Alan Greenspan in jeder Krisensituation getan, um den Markt mit liquiden Mitteln zu stimulieren. Und auch Ben Bernankes Zins- und Geldmengen-Politik trägt nicht gerade zum Vertrauen in die US-Währung bei.

Zitat:
Wir nähern uns dem Ende des Geldsystems, das 1971 eingeführt wurde. Es ist ein großes Experiment: Können die Notenbanken ein Geldsystem allein mit Papiergeld betreiben, das nicht an Gold geankert ist? Das wurde auch vorher versucht, von John Law etwa im 18. Jahrhundert in Frankreich – ohne großen Erfolg. Die Römer und die Chinesen hatten Papiergeld für eine Weile. Aber sie sind damit gescheitert. Ein solches System beruht allein auf dem Vertrauen, dass die Notenbanker ihre Macht nicht missbrauchen und nach Lust und Laune Geld drucken. Ich glaube nicht daran. Die Zentralbanken werden es auch diesmal vermurksen.

Bill Bonner

Das Misstrauen in die Währungen dieser Welt, wird an der derzeit bedrohlich hohen globalen Inflation deutlich, die sich beispielsweise immer neuen Rekorden bei Rohstoffpreisen zeigt. Als nächstes prognostiziert Bonner eine Gold-Blase: Den Preis für eine Feinunze Gold sieht er mittelfristig bei 3.000 Dollar. Christopher Wyke, Produktmanager für Schwellenländer-Anleihen und Rohstoffe beim Londoner Vermögensverwalter Schroder Investment Management, glaubt sogar an 5.000 Dollar. Und tatsächlich spricht einiges dafür, dass der Rohstoffhausse, die sich insbesondere an immer neuen Rekordständen beim Öl zeigt, eine deutliche Aufwertung des Golds folgt. Dafür spricht alleine die historisch immer wieder bestätigte Gold/Öl-Ratio, nach der das Gold gegenüber dem Öl derzeit noch stark unterbewertet ist.

Interessant in diesem Zusammengang ist, dass Alan Greenspan früher selbst ein leidenschaftlicher Verfechter des Goldstandards war. “Ohne Goldstandard gibt es keine Möglichkeit, Ersparnisse vor der Enteignung durch Inflation zu schützen”, schrieb Greenspan 1966 in seinem Aufsatz Gold und wirtschaftliche Freiheit (PDF). Und laut dem FAME-Vorsitzenden Larry Parks hat er seine Überzeugung auch nie aufgegeben.

Ein weiterer Faktor, der das Vertrauen in die Stabiltät der Weltwährungen untergräbt, ist die anhaltend hohe Verschuldung öffentlicher Haushalte. Das Verhältnis von staatlicher Verschuldung zum Bruttoinlandsprodukt (die sogenannte Debt to GDP ratio) betrage in den USA inzwischen 270 Prozent, schreibt naked capitalism. 1929, vor Ausbruch der Weltwirtschafskrise, überwog die Verschuldung das BIP mit 250 Prozent.

Einige amerikanische Städte nehmen laut einem Bloomberg-Bericht inzwischen schon Kredite auf, um diese in Anlageformen zu investieren, deren Renditeversprechen über der Höhe der Kreditzinsen liegt. Damit, so das Kalkül, sollen Lücken in den Rentenkassen gestopft werden.

`It’s the dumbest idea I ever heard,” said New Jersey
Governor Jon Corzine, the Democrat and former chairman of
investment bank Goldman, Sachs & Co.

Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen.

Update vom 20. Juni 2008: “Wir bewegen uns auf einen der schlimmsten Bärenmärkte seit einhundert Jahren zu” glaubt Bob Janjuah, Chef-Kreditstratege der Royal Bank of Scotland (RBS), wie Spiegel Online heute berichtet. Fondsmanager auf der ganzen Welt würden bereits Aktien zu Geld machen, so die Investmentbank Merrill Lynch.

Update vom 23. Juni 2008: Auch die Rating-Agentur Moody’s sieht schwarz. “Die Krise hat den Boden noch nicht erreicht”, sagte der Moody’s-Chefvolkswirt John Lonski der italienischen Zeitung “La Repubblica” laut n-tv.de.

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14 thoughts on “Steht die globale Wirtschaft vor dem Kollaps?

  1. ich überlege schon länger mir gold zu kaufen..
    die gefahr das gold zur ‘blase’ wird ist denke ich eher gering, spätestens wenn es sich als zahlungsmittel etabliert wird sich der preis einpendeln..
    leider werden vermutlich wieder die ärmsten am längsten am toll sozialen staatsgeld hängenblieben..

    interessant finde ich ja metallgedecktes digitalgeld wie e-gold, damit könnte gerade der netzmarkt stabiler werden..

  2. Wie kauft man am besten Gold?

  3. Kannst du auch online handeln, z.B. über Cortal Consers:

    https://www.cortalconsors.de/Traden/Devisenhandel/Edelmetalle

  4. was mich an edelmeallen nervt ist ihre herkunft, eigentlich will ich kein gold kaufen dessen abbau woanders die flüsse vergiftet |
    hab aber noch nix gefunden wo man das differenzieren könnte

  5. Wenn ich Gold kaufen würde, dann hätte ich es gern als Barren im heimischen Tresor und nicht irgendeinen Zettel, auf dem draufsteht, daß mir Gold gehört.

    Aber wie jma richtig sagte: Gold kann man nicht essen. Kauft euch Land!

  6. Wenn es so weit gekommen ist, dass es relevant wird, ob man Gold essen kann, dann bringt dir irgendein Stück Papier, auf dem steht, dass dir Land gehört, auch nichts mehr. Dann ist das Geld doch besser in Waffen angelegt. 😉

  7. @elfboi

    also ich finde zettelchen nicht unpraktisch, auch wenn digitalkram sicherlich noch cooler ist |
    solange das geldlager/bank nachweisen kann das jedes gramm hinterlegt ist, ist das unproblematisch |
    kann die bank das nicht gibt es einen run und sie ist ruiniert..

  8. Ich befürchte auch, dass wir vor einem weltweiten Crash stehen. Ich beschäftige mich mit dem Thema seit Jahren. ich würde auch zum Kauf von Gold raten, allerdings physisch und in eigener Verwahrung (oder ein Schließfach in der Schweiz oder Liechtenstein). Darüber hinaus sollte man aber auch Vorräte anlegen und Maßnahmen für die eigene Sicherheit treffen. Denn dieser Crash wird weitreichende Folgen haben.

  9. Die Krise ist ja schon da, die beginnende Hyperinflation. Dagegen kann man sich nur mit Gold, Silber, Bargeldreserven, Lebensmittelvorräten und für regelmäßige inflationskompensierende Einkünfte mit risikolosen Erdölquellen schützen, welche man anteilig schon zu geringen Preisen als Eigentum mit erwerben kann. Renditen ab 20% p.a. sind da das Minimum. Damit macht Tanken wieder Spass. Gute Info-Seite dazu ist erdoelquelle.com

    Land liegt erstmal nur brach herum, kostet viel,hat nur wieder spekulative Wertsteigerungschance und muß bewirtschaftet
    werden. Nichts aber gegen einen guten Gemüsegarten..

  10. Wie Herr Spannbauer berichtet, sollten Sie einen Teil des Geldes in Gold investieren. Vergessen Sie aber kein Investment in Silber. Wir stehen vor einen spannenden Zeit und die Zukunft wird zeigen, wohin die Reise geht und wer auf der Strecke bleibt.

  11. Das ist doch Unsinn. Diese Schwarmalerei und Lust am Untergang nervt einfach nur. Als hätte es irgendeinen Sinn, Silber-, Gold- und Essensvorräte anzulegen – wenn die Märkte wirklich jemals in dem Maß kollabieren sollten, dann kann man mit Silber und Gold auch nichts anfangen.
    Da das aber nicht passieren wird, auch wenn sich das Schwarzseher und notorische Pessimisten noch so sehr zu wünschen scheinen, kann man getrost sein Leben weiterleben.

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