Lässt sich mit dem Web 2.0 Geld verdienen?

Lässt sich mit dem Web 2.0 wirklich Geld verdienen? Natürlich. Die Frage ist nur: Wer verdient und wieviel.

Einige verdienen schon Geld. Xing zum Beispiel oder MySpace. Wobei Xing ein Geschäftsmodell abseits der Werbung gefunden hat: Die Ausnutzung eines Quasi-Monopols (zumindest in Deutschland) durch künstliche Einschränkung der Nutzungsfunktionen für Gratis-User.

Auch Facebook macht unter dem Strich Gewinn, wenn auch weit weniger als der enorme Marktwert des Unternehmens vermuten lassen würde. Das deutsche StudiVZ schreibt noch immer rote Zahlen, geschweigedenn dass sich die Kaufsumme bisher auch nur halbwegs amortisiert hätte. Auf einer IHK-Veranstaltung in Düsseldorf bekam ich mal einen tieferen Einblick in die Motive des Holtzbrinck-Konzerns: “Wir wollten dahin, wo die User sind”, sagte ein Vertreter der Verlagsgruppe. “Wie wir damit irgendwann mal Geld verdienen, hatten wir uns beim Kauf noch nicht überlegt.”

Auch beim Web 2.0 scheint die Entwicklung ähnlich zu verlaufen wie es bereits bei anderen neu entstanden Industrien der Fall war: Kurz nachdem Henry Ford in den USA sein Modell T auf den Markt brachte, schossen hunderte andere Autohersteller wie Pilze aus dem Boden. Geblieben sind nur wenige Jahre danach nicht einmal ein Dutzend, der Markt hat sich konsolidiert.

Thomas Knüwer vertritt im Handelsblatt die Ansicht, es müsse nur noch das richtige Geschäftsmodell gefunden werden:

Zitat:
Lassen sich Social Networks, Blogs und Videos also nicht finanzieren? Das Allheilmittel – so wie es Googles Adsense-Programm für die Suchmaschinenwerbung war – gibt es noch nicht. Doch das Spiel hat gerade erst begonnen. Sicher ist aber schon heute, dass Werbung kreativer werden muss, will sie die Menschen im Internet erreichen.

Bisher kann sich jedoch noch niemand sagen, wie dieses kreative Geschäftsmodell aussehen soll und ob es das überhaupt gibt. Die immer populärer werdenden Werbeblocker für Browser wie den Firefox treiben die Konsolidierung der Web-2.0-Welt noch schneller voran.

Als wir blogage.de gegründet haben, hatten wir in vielerlei Hinsicht eher niedrige Erwartungen: Wie gingen davon aus, dass es eher schwer würde, Benutzer zu werben, eine gute Google-Suchposition zu erreichen und vor allem Presseecho zu erhalten. Gerade im letzten Punkt haben wir uns geirrt. Nicht nur die Lokalpresse wie die Rheinische Post und Antenne Düsseldorf haben über uns berichtet, sondern auch die NRZ, der Deutschlandfunk und die bundesweit ausliegende Studentenzeitschrift UNICUM (einen Überblick über alle Presse-Erwähnungen gibt auf dem Newsblog).

Das alles steht in einem krassen Gegensatz zu unseren bisherigen Einnahmen – denn die sind praktisch nicht vorhanden. In den letzten sieben Tagen beispielsweise haben wir 3,45 Dollar durch AdSense-Anzeigen verdient, im gesamten Monat Juni waren es gerade einmal 6,69 Dollar. Trotz langsam steigender Aktivität auf dem Portal gehen dabei die Werbeeinnahmen sogar noch tendenziell zurück. Denn auch wenn unser Portal relativ häufig aufgerufen wird – was zählt ist am Ende der Klick.

Natürlich sind wir mit unserem Portal noch lange nicht am Ziel, weder was die Technik, noch was die Nutzerzahlen angeht. Und mit dem baldigen kompletten Relaunch werden wir sehr viele Defizite endlich beseitigt und durch unserere neue Videoblogging-Funktion ein weiteres Alleinstellungsmerkmal haben.

Selbst wenn wir mit blogage.de niemals wirklich Geld verdienen werden, bleiben wir dabei. Trotzdem bleibt die Frage, ob wir auch bei einer weiteren Steigerung der Nutzerzahlen jemals in die Gewinnzone kommen werden.

Natürlich ist Googles AdSense-Programm für uns überhaupt nicht optimal – das zeigt allein die oft alles andere als inhalterelevante Werbung. Auf meinem Blog wird beispielsweise gerne mal für ein Portal für die “spirituelle Partnersuche” geworben. Wir werden unser Werbekonzept in absehbarer Zeit umstellen und Werbung direkt vermarkten – denn eigentlich sind wir der Überzeugung, dass wir viele für die Werbeindustrie sehr interessante Blogleser haben und die qualititiv überwiegend hochwertigen Blogs ein attraktives Werbeumfeld darstellen.

Am Samstag werde ich einen Workshop des ebenfalls aus Düsseldorf stammenden Web-2.0-Startups Styleranking besuchen. Dort soll unter anderem auch die geplante Geschäftsstrategie des Unternehmens besprochen werden. Ich bin gespannt, wie das Monetarisierungsmodell dieses Portals langfristig aussehen soll. Gerade bei einer solchen zielgruppespezifischen Community gibt es aber natürlich mehr Möglichkeiten.

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13 thoughts on “Lässt sich mit dem Web 2.0 Geld verdienen?

  1. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Holtzbrink verkauft die studivz-community für über 50 Mio. Euro wie man munkelt, und für die Käufer entpuppt sich das Projekt als finanzielles Desaster, bei dem die Profile jetzt auch noch von Fakes überschwemmt werden…

  2. Zitat:
    Ich bin gespannt, wie

    ich bin ansteckend 😛

  3. Also StudiVZ wird langsam aber sich zur echten Lachnummer. Für 50mio gekauft und jetzt wirft keinen Gewinn mehr ab. Naja so was nennt man wohl eine schlechte Investition

  4. die bilanz die du mir mal vorhergesagt hast würd ich trotzdem gern sehen

    ich hoffe nur das ihr keine schulden macht |
    in diesem fall würde sich eine spendenaktion (an euch) doch sehr befürworten

    ich denke viele währen bereit euch was zu spenden sie bekommen schießlich auch was dafür 🙂 |
    höchstwahrscheinlich würden dabei sogar mehr als 6,69 USD zusammenkommen 😉

    ps: wieviel bekommmt ihr eigentlich für diesen firefox-button?

  5. @ sofias:

    Stimmt, wir wollten mal ne Bilanz veröffentlichen. Also Schulden haben wir natürlich schon gemacht, aber keine großen.

    Für die Firefox-Button bekommen wir ein Dollar pro installiertem Firefox, falls zuvor noch kein Firefox auf dem Rechner installiert war.

  6. Zitat:
    Ich bin gespannt, wie

    Auf was bist du gespannt?

    Zitat:
    Für die Firefox-Button bekommen wir ein Dollar pro installiertem Firefox, falls zuvor noch kein Firefox auf dem Rechner installiert war.

    Und das auch nur, wenn der Firefox auf einem Windows-Rechner installiert wird.

  7. Danke für den Hinweis sniker, ich sollte nicht immer einfach “speichern” klicken, sobald ich keine Lust mehr habe weiterzuschreiben. 😉

  8. Die Alternative heißt: Weiterentwicklung in Richtung “Web 2.1”, also dezentrale Communities mit offenen Schnittstellen, bei denen jegliche Form von Monopolisierung oder Lock-In unmöglich wird. Dann ist es scheißegal, ob ich meine Fotos bei Flickr oder sonst irgendwo hochlade oder gar meine eigene Fotogalerie auf dem eigenen Server installiere, ob ich mein Blog bei Livejournal, Blogage, Myspace oder sonst irgendwo habe, ob ich Videos bei YouTube oder wo auch immer speichere, und ebenso egal, wo meine Freunde, Bekannten, Internetkontakte etc. ihre Inhalte ablegen – dan offener Schnittstellen wächst dann eben alles zu einer großen dezentralen Community ohne Grenzen zusammen.

  9. für blogage könnte der schritt FoaF heißen, das wird sogar schon vopn manchen anderen größeren netzwerken unsterstützt..

    atom und openid werden ja schon unterstützt

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