Märkte brauchen Menschen

Ich glaube, noch nie in der Geschichte der Wirtschaft waren sich Experten so einig: Bei der derzeitigen Finanzkrise handelt es sich um Marktversagen. Kein staatlicher Interventionismus, keine Steuern, keine externen Effekte und keine Außerirdischen werden für die Krise verantwortlich gemacht: Die Banken haben es selbst verbockt und trauen sich jetzt gegenseitig kein Stück mehr über den Weg. Selbst Josef Ackermann hat das erkannt und ruft nach dem Staat.

In einem neoklassischen Weltbild dürfte es die derzeitige Finanzkrise eigentlich gar nicht geben. Die Annahmen: Wenn sich alle Menschen rational nutzemaximierend im Sinne eines homo oeconomicus verhalten, werden alle Märkte ohne staatliche Eingriffe immer wieder zu ihrer Balance zurückfinden.

Das Problem ist jedoch: Der Markt existiert nicht im luftleeren Raum. Er braucht immer noch Menschen, die in ihm agieren – echte Menschen, die eben nicht komplett dem Modell des homo oeconomicus entsprechen. Diese leiden unter Informationsdefiziten, Dummheit, Gier, irrationalen Annahmen und vielen anderen Dingen, die das Menschsein nunmal mit sich bringt. Studien zeigen: Wirtschaftliche Freiheit und funktionierende Märkte benötigen Vertrauen. Das haben sich die Banken und Ratingagenturen im Zuge der Subprime-Krise vor allem gegenseitig verspielt.

Wieder einmal zeigt sich, wie dringend notwenig die gerade – vor allem in den USA vollzogene – Reformierung der Volkswirtschaftslehre ist, die erstmals auf breiter Front psychologische und soziologische Erkenntnisse in ihre Modelle einbaut, um diese der Realität anzunähern.

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7 thoughts on “Märkte brauchen Menschen

  1. Treffend formuliert 😉 In der SZ vom WE ist im WE-Teil auch ein imho gelungener Artikel dazu.

  2. Selbst Josef Ackermann hat das erkannt und ruft nach dem Staat.

    ein.. bankier.. -_- |
    das die ‘nach dem staat rufen’ ist ja ganz was neues |
    die fed wurde auch aufgrund demonstrierender arbeitermassen vor dem weißen haus gegründet.. oder?

    Bei der derzeitigen Finanzkrise handelt es sich um Marktversagen.

    wo waren eigentlich die finanzkrisen als geld noch eine real besitzenswerte ware war? |
    wann, in letzer zeit, ist der staatliche einfluss auf das finansystem gesunken, das dessen fehlen solche krisen hervorrufen könnte?

    und welche experten eigentlich? | auch solche die nicht von staatlichen eingriffen profitieren (also dessen einkommen/leistung-verhältnis dem eines normalen arbeiters entspricht, wie es eine marktwirtschaftliche preisbildung vorraussagen würde) |
    selbst mein wirtschaftslehrer (der nun wahrlich kein ‘flammender marktfanatiker’ ist) spricht von “50% staatswirtschaft” in deutschland |
    was dann nach meinem verständnis siviel heißen müsste wie die hälfte der dinge die passieren, passieren durch staatlichen einfluss |
    egal ob das stimmt oder nicht, wieviel ‘staatsanteil’ währe denn erstrebenswert?

    und das der markt nicht ‘im luftleeren raum’ existiert ist üerhauptkein argument | ein markt ‘im luftleereren raum’ währe ziemlich nutzlos.. |
    aber wie kommst du daraf das soziologische erkentnisse auch von individuzen eingesetzt werden können? | würden sie nicht davon profitieren? |
    stattdessen schreien alle neuliberaler weise nach dem staat gegen den neoliberalismus.. |
    der staat ist meiner meinung das element was sich in der heutigen wirtschaft am ehesten leisten kann, dumm und gierig zu sein und irrationalen annahmen zu folgen

  3. Das ist natürlich richtig und ich denke, dass die moderne wirtschaftswissenschaftliche Theorie und Praxis nicht mehr rein nach dem vereinfachten  Kosten/Nutzen-Modell agiert.
    Übrigens finde ich dennoch, dass selbst deratige Krisenerscheiungen gar nicht so weit von den alten Modellen weg sind: Die Gier einiger Banker, die Möglichkeit, ohne weiterreichende persönliche Konsequemzem zu agieren (->Kosten/Nutzen) sowie das Vertrauen der anderen, dass die “da drüben” schon wissen werden was sie tun (->unvollständige Information).
     

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