Geert Wilders: Fitna

Ich habe mich kürzlich mal gefragt, da ich hier ja mit vollen Namen und Adresse schreibe, bei welchem Thema ich am ehesten Angst hätte zu bloggen. Und es war ganz klar eine Kritik am Islam. Das zeigt meiner Meinung nach, dass aus dieser Richtung die stärkste Bedrohung unserer Freiheit kommt.

Ein aktuelles Beispiel:

Zitat:
Nur gut einen Tag stand der Film “Fitna” des niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders im Netz – jetzt hat das Internetportal Liveleak das koranfeindliche Video gelöscht. Begründung: Wegen Drohungen “sehr ernster Natur” sei das Leben der Mitarbeiter in Gefahr.

Quelle: spiegel.de

Auch die offizielle Website des Films ist nicht mehr online.

Der UN-Menschenrechtsrat, in dem muslimische Staaten die Merheit haben, hat am Donnerstag eine Resolution verabschiedet, in dem ein weltweites Verbot von Kritik am Islam gefordert wird.

Der Islam als eine Gesetzreligion bedroht wörtlich ausgelegt unsere Freiheit. Denn eine gesellschaftliche Ordnung, die nicht vom Islam und vom göttlichen Recht der Scharia bestimmt ist, darf es laut Koran nicht geben. In einem Beitrag auf meinem alten Blog habe ich mich bereits ausführlich mit der Frage der Unvereinbarkeit von Islam und Demokratie beschäftigt.

Ich möchte mir die Sicht des Films “Fitna” des umstrittenen niederländischen Abgeordneten Geert Wilders nicht zu eigen machen. Doch er muss gezeigt werden dürfen. Hier kann man Fitna mit englischen Untertiteln runterladen, auch bei Google Video wurde der Film noch nicht gelöscht.

Advertisements

Cargo-Kult

Wenn eine hochtechnisierte Zivilisation auf eine Gesellschaft trifft, die sich noch in einer sehr frühen Phase der Entwicklung befinden, ensteht häufig ein sogenannter Cargo-Kult. Dabei verbinden die Einwohner primitiver Gesellschaften die Technik, die sich nicht verstehen, mit magischen Ritualen, Göttern oder Ahnen.

Die Ureinwohner Neuguineas beispielsweise wurden während des zweiten Weltrkriegs mit US-Militärtechnik wie Flugzeugen konfrontiert.Die stationierte Soldaten waren in den Augen der Ureinwohner Menschen mit besonderer Verbindung zu den Ahnen, da sie über so reiche Ressourcen (Cargo) verfügten. Um abgeworfene Güter wie Nahrungsbüchsen entstand ein regelrechter Kult.

Nach Ende des zweiten Weltkriegs versuchten die Ureinwohner durch Nachahmen der scheinbaren Rituale, die sie von den Soldaten kannten, die Götter zur Rückkehr zu bewegen.

Zitat:
Mit dem Kriegsende wurden die Flughäfen verlassen und kein neues “Cargo” wurde mehr abgeworfen. Darum bemüht, weiter Cargo per Fallschirm oder Landung zu Schiff zu erhalten, imitierten Kultanhänger die Praxis, die sie bei den Soldaten, Seeleuten und Fliegern gesehen hatten. Sie schnitzten Kopfhörer aus Holz und trugen sie, als würden sie im Flughafentower sitzen. Sie positionierten sich auf den Landebahnen und imitierten die wellenartigen Landungssignale. Sie entzündeten Signalfeuer und -fackeln an den Landebahnen und Leuchttürmen.

Die Kultausübenden nahmen an, die Ausländer verfügten über einen besonderen Kontakt zu den Ahnen, die ihnen als die einzigen Wesen mit der Macht erschienen, solche Reichtümer auszuschütten. Indem sie die Ausländer nachahmten, hofften sie, auch ihnen möge ein solcher Brückenschlag gelingen. In einer Art der sympathetischen Magie bauten sie z.B. lebensgroße Flugzeugmodelle aus Stroh oder schufen Anlagen, die den militärischen Landebahnen nachempfunden waren, in der Hoffnung, neue Flugzeuge anzuziehen.

Quelle: Wikipedia

Sogar ganze Flugzeuge wurden nachgebaut. Der englischsprachige Wikipedi-Artikel ist noch ausführlicher. Noch heute wird auf einer Insel im Südpazifik ein Amerikaner Namens “John Frum” als Gott verehrt.

Der Begriff Cargo-Kult wird auch im übertragenen Sinne beispielsweise in der Wirtschaft verwendet, wenn ein Unternehmen geistlos ein erfolgreiches Produkt oder das Geschäftsmodell der Konkurrenz imitiert, weil dieses offenbar funktioniert.

Psychologie der Verschwörungstheorie

Ideologien und Verschwörungstheorien dienen demselben Zweck: Der Reduktion von Komplexität in einer informationsüberfluteten Welt.

Kein Mensch kann alle verfügbaren Informationen verarbeiten. Dazu reicht seine geistige Kapazität nicht aus. Damit sich der Mensch in seiner informationsüberfluteten Umgebung trotzdem zurechtfinden kann, hat ihn die Natur mit einem natürlichen Informationsfilter bedacht. Um seiner komplexen Umwelt eine Ordnung zu geben, behilft sich der Mensch einfachen Regeln, deren Befolgug ihn nicht geistig überfodern. So entstanden beispielsweise Aberglauben und Religionen.

Sie alle dienen der Reduktion von Komplexität und bringen so scheinbare Ordnung in das unendliche Informationschaos, mit dem sich der Mensch tagtäglich konfrontiert sieht. Häufig zeichnen sich Ideologien und Religionen durch einen komplexitätsreduzierenden Dualismus aus: Wer heute noch den Anspruch hat, die Welt in allen ihren Mechanismen zu verstehen, muss sie nach einfachen Regeln erfassen können. So wird die Welt je nach verwendetem Regelwerk aufgeteilt in Gut und Böse, Kapitalisten und Ausgebeutete, Gläubige und Ungläubige, Opfer und Täter.

Eine besondere Form der Reduktion von Komplexität ist die Verschwörungstheorie. Erst heute bin auf diese krude Verschwörungstheorie gestoßen. Der Autor glaubt, hinter der Subprime-Krise stecke eine Bande von Juden, die sich die Welt untertan machen möchte. An jeder einzelnen Zeile wird deutlich: Der Autor hat sich offenbar durchaus mit Informationen zur Subprime-Krise beschäftigt, doch seine Intelligenz und/oder sein Wissen über Ökonomie reichen nicht aus, um diese sinnvoll zu ordnen.

Konsequenz der Informationsüberflutung: Ein einfacher Filter, in Form eines Dualismus zwischen Verschwörern und Opfern, sorgt dafür, dass jede Information einfach interpretierbar wird. Ausgeblendet wird dabei jegliches Faktum, das diese Theorie verkomplizieren würde: Dass jeder “Verschwörer” beispielsweise auch ein Individuum ist, mit eigenen Interessen, die sich nicht mit denen der Verschwörer decken.

In seiner pathologischen Form führte diese Form der Informationsreduzierung zu Wahnvorstellungen, beispielsweise in Form der paranoiden Schizophrenie. Es ist meines Erachtens kein Zufall, dass sich die erste gesellschaftlich-kollektive Wahnvorstellung mit katastrophalen Folgen – die Theorie der jüdischen Weltverschwörung – Anfang des 20. Jahrhunderts so massiv durchsetzte. Es war eine Zeit, in der die Informationsmenge und Komplexität der Welt erstmals innerhalb kürzester Zeit sprunhaft anstieg. Auch heute erleben wir wieder eine massive Steigerung der Komplexität der Welt. Unser archaischer Trieb, Dinge zu vereinfachen, um sie scheinbar zu verstehen, wird dabei in einer derart komplizierten Welt immer problematischer.

Pierre Vogel

Mangel an Intelligenz und Bildung, gepaart mit naiv-dogmatischer religiöser Verborhtheit hat einen Namen: Pierre Vogel. Der junge deutsche Konvertit aus Köln verbindet in seinen an Einfältigkeit nicht zu überbietenden radikalislamischen Reden, proletenhafte Ausdrucksweise mit dem Charme islamistischer Fundemantalisten. Den geistigen Dünnschiss, der dabei rumkommt, kann sich jeder im Internet reinziehen, zum Beispiel bei Google Video. Lange habe ich darüber gelacht, bis ich erfuhr, wieviel Zulauf dieser Kerl hat.

Märkte brauchen Menschen

Ich glaube, noch nie in der Geschichte der Wirtschaft waren sich Experten so einig: Bei der derzeitigen Finanzkrise handelt es sich um Marktversagen. Kein staatlicher Interventionismus, keine Steuern, keine externen Effekte und keine Außerirdischen werden für die Krise verantwortlich gemacht: Die Banken haben es selbst verbockt und trauen sich jetzt gegenseitig kein Stück mehr über den Weg. Selbst Josef Ackermann hat das erkannt und ruft nach dem Staat.

In einem neoklassischen Weltbild dürfte es die derzeitige Finanzkrise eigentlich gar nicht geben. Die Annahmen: Wenn sich alle Menschen rational nutzemaximierend im Sinne eines homo oeconomicus verhalten, werden alle Märkte ohne staatliche Eingriffe immer wieder zu ihrer Balance zurückfinden.

Das Problem ist jedoch: Der Markt existiert nicht im luftleeren Raum. Er braucht immer noch Menschen, die in ihm agieren – echte Menschen, die eben nicht komplett dem Modell des homo oeconomicus entsprechen. Diese leiden unter Informationsdefiziten, Dummheit, Gier, irrationalen Annahmen und vielen anderen Dingen, die das Menschsein nunmal mit sich bringt. Studien zeigen: Wirtschaftliche Freiheit und funktionierende Märkte benötigen Vertrauen. Das haben sich die Banken und Ratingagenturen im Zuge der Subprime-Krise vor allem gegenseitig verspielt.

Wieder einmal zeigt sich, wie dringend notwenig die gerade – vor allem in den USA vollzogene – Reformierung der Volkswirtschaftslehre ist, die erstmals auf breiter Front psychologische und soziologische Erkenntnisse in ihre Modelle einbaut, um diese der Realität anzunähern.

Zukunftsmarkt Häuserkampf

Zitat:
Sissel Solum, die stellvertretende Sprecherin von Nammo, der Nordic-Ammunition-Group sagt beispielsweise in dem Stück: „Hier in London auf der DSEi, liegt unser Schwerpunkt auf dem Häuserkampf. Das ist unserer Meinung nach der Markt der Zukunft.“

Quelle: Handelsblatt-Blog adhoc

Wer Güter produziert, versucht diese auch abzusetzen. Dazu sucht er sich Märkte. Manche Märkte für bestimmte Güter sind extremen Nachfrageschwankungen ausgesetzt. So ist der der Markt für Eiscreme und Regenschirme beispielsweise nicht unwesentlich vom Wetter abhängig. Ein anderer Markt, der ebenfalls starken Nachfrageschwankungen ausgesetzt ist, ist der Markt für Waffen. Anders als das Wetter, lässt sich diese Nachfrageschwankung allerdings ziemlich gut durch Menschen beeinflussen.

Wie dieser Markt funktioniert, beleuchtete WDR 5 in seiner Dokumentation Fire an Forget – Krieg als Geschäft (Transkript als PDF). Dort erfuhr man beispielsweise, dass jährlich 1000 Milliarden Euro für Rüstung ausgegeben wird – 60 Milliarden Euro sind es für Entwicklungshilfe. Weiterhin werden weltweit zwischen 10 und 14 Milliarden Schuss Militärmunition produziert, also rund zwei Kugeln für jeden Mann, jede Frau und jedes Kind der Weltbevölkerung.

So lange die Produktion von Waffen ein Markt ist, wird es Bestrebungen geben, diesen Markt auszuweiten. Mit anderen Worten: Kriegstreiberei ist ein Geschäft. Deshalb kann ich mich nur der Forderung von adhoc nach einer Verstaatlichung der Waffenindustrie anschließen:

Zitat:
Die Verflechtung von Staat und Wirtschaft ist kennzeichnend für die gesamt Branche, denn im legalen Kriegswaffenhandel sind Regierungen und staatliche Behörden die einzigen legalen Käufer oder sollten es jedenfalls sein. Der Einsatz von privaten US-Söldnertruppen im Irak in großer Anzahl ist eine krasse Fehlentwicklung, weil dadurch Kampfeinsätze der parlamentarischen Kontrolle entzogen werden.

Und eigentlich müsste die Produktion von Kriegsgütern auch in komplett staatlicher Hand liegen. Es dürfte diesen freien Markt für Kriegsgerät gar nicht geben, denn jeder Verkäufer auf diesem Markt wird zwangsläufig nach Gewinnmaximierung streben und natürlich auf allen Wegen versuchen, neue Märkte zu entwickeln, wie das Beispiel oben klar macht. Wir benötigen aber genau das Gegenteil auf der Welt: Schrumpfende Märkte für Rüstungsgüter, mit dem (utopischen) Ziel, diese Märkte ganz auszutrocknen.