Das iPhone-Kartell

Aufgrund einer einstweiligen Verfügung wurde die Deutsche Telekom nun gezwungen, das iPhone auch vertragsfrei anzubieten. Das iPhone ohne Vertrag kostet 999 Euro, die SIM-Lock-Entsperrung bereits ausgelieferter Geräte ist kostenlos. Ich hoffe, dass die von Vodafone und Debitel angestrengten Klagen erfolgreich sind und will im Folgenden kurz ausführen, warum.

Monopole sind überhaupt nur dann sinnvoll, wenn sonst keine Anreizstruktur vorhanden wäre, um innoativ zu sein. Natürlich wäre es zum jetztigen Zeitpunkt z.B. für alle außer Apple wünschenwerter, wenn jeder das iPhone einfach nachbauen könnte: die iPhone-Preise würden in den Keller gehen. Erfreulich für den Konsumenten und auch gesamtvolkswirtschaftlich betrachtet wünschenswert, weil Güter (in diesem Fall das iPhone) effizienter bereitgestellt würden.

Aber: Dagegen existieren natürlich Schutzmechanismen. Das Urheberrecht bzw. Copyright schützt das Design, Patente schützen die Technik (meines Erachtens aber viel zu stark aber das ist ein anderes Thema). Dieses künstliche Produktmonopol wurde vom Staat geschaffen, um Firmen einen Anreiz zu geben, innovativ zu sein. Diese Monopole bringen einen volkswirtschaftlichen Nutzen. Nicht unmittelbar, aber auf lange Sicht – denn sie spornen immer wieder zur Innovationsfreudigkeit an, was die Menschheit insgesamt weiterbringt.

Im Falle eines kartellartigen Zusammenschluss zwischen zwei Firmen, die damit das im Grunde unbegrenzt vorhandenes Gut iPhone-Vertrag künstlich verknappen, erfüllt dieses Monopol keinen volkswirtschaftlichen Nutzen – im Gegenteil: der freie Wettbewerb wird verhindert.

Es ist okay, wenn das Gut “iPhone” knapp ist und exklusiv von Apple angeboten wird – schließlich war Apple für das Gerät innovativ, hat in Forschung, Entwicklung und Werbung investiert. Es ist aber meines Erachtens nicht in Ordnung, wenn die Knappheit eines Guts mittels Kartellzusammenschluss (Apple und T-Mobile, Apple und AT&T usw.) dazu genutzt wird, ein weiteres Gut künstlich zu verknappen – in diesem Fall den Vertrag für das iPhone. Dieses Gut könnten Konkurrenten genauso bereitstellen und hier, auf diesem Marktsegment, wird damit per Kartell der Wettbewerb verhindert.

Daher sollte ein solches Monopol kartellgesetzlich verboten sein. Gleiches gilt meiner Meinung auch für den Versuch Apples, iPod-Benutzer mit technischen Mitteln zur Verwendung von iTunes zu zwingen.

Advertisements

12 thoughts on “Das iPhone-Kartell

  1. grüße von meinem iPhone. Sitze gerade im Auto mit meiner Schwester. 🙂

  2. Haha, nice mutle! 😉

    Zum Aritkel: Was dich also eigentlich stört, ist nicht, dass man iPhones nur von T-Mobile kaufen kann, sondern dass man dabei einen Vertrag mit T-Mobile eingehen muss?

    Wenn also nur T-Mobile das Recht hätte das iPhone zu vertreiben, wäre das “zweite Gut” (der Vertrag) nicht mehr knapp.

  3. LOL, mutle.

    @ sniker:

    Ja, welchen Vertriebsweg Apple beim iPhone wählt, sollte dem Unternehmen aus meiner Sicht selbst überlassen sein. Das Gut iPhone bleibt ja so oder so knapp, mit einem exklusiven Vertriebsweg würde Apple sich im Grund ja nur selbst Steine in den Weg legen, so lange damit keine exklusive Vertragsbindung möglich ist.

    Es gibt ja beispielsweise Handelsmarken wie “A&P” oder “Ja” auch nur exklusiv in den Supermäkrten, die zur jeweiligen Handelsmarke gehören. Oder Dell-Rechner bekommt man, wie man durch die Werbung weiß, nur bei Dell und in keinem Geschäft.

    Anyway – dadurch wird kein Monopol ausgeweitet. Was mich in diesem Fall stört, ist, dass ein Monopol mit volkswirtschaftlichem Nutzen dazu ausgenutzt wird, ein marktschädliches Monopol zu etablieren. Das legitime Monopol dient hier also als Steigbügehalter für ein in meinen Augen illegitimes Monopol.

  4. Dass das iPhone nur über T-Mobile läden verkauft wird ist nur in Deutschland so. In USA und GB kann man es sowohl in den Läden von Apple als auch den Carriern (AT&T bzw. O2) kaufen. In Deutschland hat Apple noch keine eigenen Läden.

    Die Vertragsbündelung finde ich (als Konsument) eher praktisch, denn so bekomme ich einen für die Nutzung des iPhones maßgeschneiderten Vertrag. Ohne eine Internet Flatrate macht das iPhone keinen Sinn. Erst dadurch ist Surfen ohne auf die Zeit oder das Datenvolumen zu gucken möglich, was mich auch davon abgehalten hat, vorher mit anderen Handys zu surfen (die schlechten Browser sind natürlich ein weiterer Grund).

    Es mag zwar sein, dass wenn das iPhone frei verkauft würde, dass dann mehrere Anbieter einen iPhone-Vertrag anbieten. In den USA würde das vielleicht noch Sinn machen, denn da gibt es mehrere Carrier mit EDGE, in Deutschland nur T-Mobile (mit 100% Netzabdeckung im T-Mobile Netz bis ende des Jahres) und Vodafone (nur in manchen Gebieten wo es kein UMTS gibt). Ansonsten müsste man auf GPRS ausweichen, was nur einen Bruchteil der EDGE-Geschwindigkeit leistet.

    Durch die Bündelung an den Provider hat Apple, die nicht nur das iPhone, sondern die iPhone-experience, verkaufen wollen, viel mehr Kontrolle über die Tarife, und die beste Funktionsweise des iPhones im Handy-Netz.

    Für mich wirkt die Klage von Vodafone eher wie eine beleidigte Rache-Aktion (Vodafone wollte nicht auf Apples forderungen in den Verhandlungen eingehen und hat deshalb gegen T-Mobile verloren), als eine fundierte Klage, aber ich bin ja kein Wirtschafts- oder Rechtsexperte. Angeblich sollen bereits 5000 Vodafone Kunden wegen dem iPhone zu T-Mobile gewechselt sein, was vielleicht eher der Grund für die Klage ist: Vodafone sieht ein, dass sie das interesse am iPhone unterschätzt haben.

    Mein Fazit: Ich bin zufrieden mit meinen “Complete M”-Vertrag bei T-Mobile. Klappt alles wunderbar, und das iPhone ist einfach das beste Mobil-Telefon, dass es gibt (IMO).

  5. >Die Vertragsbündelung finde ich (als Konsument) eher praktisch, denn so bekomme ich einen für die Nutzung des iPhones maßgeschneiderten Vertrag.

    Diesen maßgeschneiderten Vertrag würden konkurrierende Anbieter – sofern ein Markt vorhanden ist und das ist ja offensichtlich der Fall – eben auch anbieten, nur können sie es nicht. Der Vorteil für dich als Konsument: Es entsteht ein Wettbewerb um Leistungen und den Preis, das heißt, du würdest entweder weniger bezahlen oder hättest mehr Leistungen. Und du hättest mehr Auswahl, also auch einen an deine Bedürfnisse besser zugeschnittenen Vertrag. Apple steht es ja frei, beispielsweise einen bestimmten Vertrag zu empfehlen (und würde auch sicher für diese Empfehlung noch kräftig kassieren).

    Wenn, wie du schreibst, sowieso nur die Telekom in Deustchland ein entsprechendes Netz hat, frage ich mich, warum sich Apple und Telekom so sehr gegen die SIM-Lock-Entsperrung wehren bzw. was überhaupt der Sinn dieser Zwangsbündelung ist. Wahrscheinlich würden die anderen Provider eben auch in ihre EDGE-Infrastruktur ivestieren, um in den Wettbewerb eintreten zu können. EDGE dürfte ja auch nicht besonders schwer bereitzustellen zu sein, schließlich ist es lediglich eine GSM-Erweiterung. Bisher fehlte es wahrscheinlich einfach an populären Geräten, für die sich solche Investitionen gelohnt hätten. Das hätte sich mit der Verfügbarkeit des iPhones wahrscheinlich geändert.

    >Für mich wirkt die Klage von Vodafone eher wie eine beleidigte Rache-Aktion

    Unternehmen handeln normalerweise als Ganzes nicht irrational, sondern nutzenmaximierend. Natürlich wollte Vodafone auch diesen Exklsuivvertrag, um davon zu profitieren. Natürlich sind Vodafones Motive, die hinter der Klageanstrenung stecken, nicht uneingenützig. Das ändert aber nichst daran, dass das Ziel meines Erachtens trotzdem positive Effekte für alle hätte – außer für die Telekom und Apple.

  6. >Wahrscheinlich würden die anderen Provider eben auch in ihre EDGE-Infrastruktur ivestieren, um in den Wettbewerb eintreten zu können. EDGE dürfte ja auch nicht besonders schwer bereitzustellen zu sein, schließlich ist es lediglich eine GSM-Erweiterung.
    Es wären trotzdem Milliarden Summen nötig um eine ähnliche Netzabdeckung wie T-Mobile zu bekommen. Für ein Telefon würde das kein Carrier machen, sondern sie stecken lieber das Geld in den (sinnvolleren) Ausbau von UMTS. T-Mobile hat sein EDGE-Netz schon länger und hat es nur noch leicht ausgebaut.

  7. Okay, aber sobald Apple sein UMTS-iPhone vorstellt, geht die Diskussion ja von vorne los. In ländlichen Gebieten hat Vodafone sein EDGE-Netz übrigens schon ausgebaut: http://www.golem.de/0702/50589.html

  8. [quote]Es wären trotzdem Milliarden Summen nötig um eine ähnliche Netzabdeckung wie T-Mobile zu bekommen. Für ein Telefon würde das kein Carrier machen, sondern sie stecken lieber das Geld in den (sinnvolleren) Ausbau von UMTS. T-Mobile hat sein EDGE-Netz schon länger und hat es nur noch leicht ausgebaut.[/quote]
    Stellt sich wieder die Frage, wovor T-Mobile dann eigentlich Angst hat.

    Und: zum jetzigen Zeitpunkt wird dem Konsumenten aufdiktiert, welche Bedürfnisse er zu haben hat.
    Wenn es zuträfe, dass einzig der T-Mobile-Vertrag sinnvoll, weil rundum-sorglos-Paket, ist, wird das der Markt schon zeigen.
    Das es Menschen gibt, die mit ihrem Telefon primär telefonieren wollen, wird sich aber auch wohl mittlerweile bei Apple und T-Mobile herumgesprochen haben.

    Das iPhone ist für die meisten ein (extrem) schickes Handy. Mehr nicht. Und dafür brauchts dann eben keine Internet-Flat.

  9. Es ist okay, wenn das Gut “iPhone” knapp ist und exklusiv von Apple angeboten wird – schließlich war Apple für das Gerät innovativ, hat in Forschung, Entwicklung und Werbung investiert. Es ist aber meines Erachtens nicht in Ordnung, wenn die Knappheit eines Guts mittels Kartellzusammenschluss (Apple und T-Mobile, Apple und AT&T usw.) dazu genutzt wird, ein weiteres Gut künstlich zu verknappen

    ich seh es genau anders herum, Apple hat sicher das recht mit anderen anbietern komische verträge auszumachen und ihre telefone technisch zu beschränken | das ding hat dann halt einen mangel der die kunden verärgert

    Apple hat sicherlich kein recht den leuten zu verbieten ihr telefon zu reparieren (oder reparieren zu lassen, oder reparierte telefone zu verkaufen..)

    eine ganz andere sache ist wenn das monopol das nur auf staatlichem zwang beruht |
    wer sich dem widersetzt wird bestohlen oder gewaltsam eingesperrt (in china bestimmt auch manchmal erschossen) ohne das man sich wirklich wehren kann |
    ein monopol ist gewiss nicht legitimer weil es nur mit gewalt aufrecht erhalten wird ganz im gegenteil

    wenn jemand innovativ ist könnte man ihn dafür belohnen | z.b. indem man freiwillig für das iPhone mehr zahlt als man für das aPhone, bPhone oder cPhone zahlen würde, oder spendet, oder sich an der entwicklung beteiligt
    wer das nicht tut muss damit rechnen weniger innovation zu bekommen |
    du bist doch so der coopetition-freund Döner 😀

  10. louis vuitton

    If you are looking at purchasing a Louis vuitton bags , you can find good deals on the Internet. Make sure to know what the selling price for this lv is both within retail stores as well as on eBay. Take the time to research the louis vuitton and set a realistic budget on what you would like to spend. Make sure to do as much research as possible about what type of price you want to pay along with prices the louis vuitton bag is going for.

  11. Louis Vuitton Outlet Online is not only make one fashion but also stand for them identity.Louis Vuitton is designed simple and novel.Louis Vuitton is a good choice for you. All the Louis Vuitton for sale on our Louis Vuitton Online Stores.Buy cheap Louis Vuitton from Louis Vuitton Online now!

  12. We are specialists in Swarovski beads, that are very fashionable.Precisely minimize Swarovski crystal beads will make sure that the handmade jewellery appears fantastic. Swarovski crystals are crafted in Austria greatest specifications of superior and so are regarded as the finest items of the type from the world. Welcome to our website,you will obtain a surprise

Comments are closed.