Hanlon’s razor und die Internetgesetzgebung

Never assume malice when stupidity will suffice.

Hanlon’s razor

Das Problem an neuen Technologien ist die Tatsache, dass jene Menschen, die über den rechtlichen Rahmen dieser Technologie entscheiden, ohne sie aufgewachsen sind und daher das Wesen und die Art der überwiegenden Nutzung überhaupt nicht begreifen, wie ich bereits in “Stirb langsam, Web 2.0” ausführte. Dies soll sozusagen die Fortsetzung dieses Artikels darstellen.

Beispiel “Hackerparagraph”

Das Internet sei nun eine Blümchenwiese behauptet zur Zeit der Chaos Computer Club. Der Grund: Mit Verabschiedung des sogenannten “Hackerparagraphen” 202c StGB, braucht sich niemand mehr Sorgen um die Sicherheit im Internet machen. So denkt sich das offensichtlich zumindest der Gesetzgeber. Sogenannte “Hacker-Tools” zum Aufspüren von Sicherheitslücken sind jetzt nämlich offiziell verboten – und das gilt auch für jene “White hat-Hacker“, die eigentlich Sicherheitslücken in den Systemen von Kunden aufspüren sollen. Kein Wunder also, dass die gesamte Riege der Experten vom Verband der Internetwirtschaft über die Gesellschaft für Informatik bis zum Bundesverband der Informationswirtschaft (BITKOM) protestiert.

Als erstes empfehle ich den Herren von der Staatsanwaltschaft einen Besuch beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Die bieten auf ihrer Website nämlich nach wir vor die “Hacker-Tools” der BSI OSS Security Suite (BOSS) zum Download an.

Beispiel Bundestrojaner

Innenminister Schäuble will ja zur Zeit nicht nur Verdächtige erschießen und Menschen ohne Gerichtsverfahren auf unbestimmte Zeit internieren lassen, sondern auch die PCs der Bürger ohne Gerichtsbeschluss mittels eines sogenannten Trojanischen Pferds überwachen lassen (ja, der Staat darf noch “Hacker-Tools benutzen). Seine ausgesprochene technische Versiertheit auf diesem Gebiet beweist dieser Mitschnitt (Mp3).

Beispiel offene Formate

Warum offene Formate in der Informationstechnik für den Wettbewerb so wichtig sind, habe ich in meinem alten Blog schon einmal ausführlich dargelegt. Nun hatte der Bundestag die an sich gar nicht dumme Idee, für öffentliche Verwaltungen eine Empfehlung für offene Formate zu verabschieden.

Standards sollen gemäß dem Antrag als “offen” betrachtet werden, wenn sie den Austausch zwischen verschiedenen Plattformen und Applikationen ermöglichen und ausreichend dokumentiert sind. “Die Schnittstellen müssen offen gelegt, die technischen Spezifikationen auch umsetzbar sein, und ihre Nutzung muss zu fairen und diskriminierungsfreien Konditionen lizenziert werden”, heißt es in dem Papier. Die letzte Formulierung gilt als Zugeständnis an etablierte Größen im Softwaremarkt, die von den neuen Spielregeln keineswegs ausgeschlossen werden sollen.

Quelle: heise

Nur sind eben genau das keine offenen Standards, wenn ein Hersteller die Spezifikation eines proprietären Formats nur unter irgendwelchen obskuren Lizenzbedingungen freigibt. Auch wenn Initiatoren wie der Förderverein für eine Freie Informationelle Infrastruktur e.V. (FFII) alles daran setzten, diese “Lex Microsoft” noch zu verhindern, wurde sie durchgewunken. Damit gelten nun auch proprietäre, nicht offengelegte und patentierte Formate, als “offen”. Die gesamte Misere dokumentiert der FFII ausführlich in seinem Wiki.

Was sind denn jetzt nochmal Browser?

Und zum Schluss, weil’s immer wieder schön ist, noch ein Video:

Link: sevenload.com

Es gibt inzwischen sogar schon das dazu passende Kompetenz-T-Shirt für Abgeordnete.

Update vom 12. Juli 2007:

Es geht voran mit der Kompetenz unserer Volskvertreter: Der wissenschaftliche Dienst des Bundestags hat den Abgeordneten nun in einer Drucksache mit dem Titel Weblogs in der Politik zumindest schon mal erklärt, was Weblogs sind. Hoffentlich lesen sie es auch.

Updat vom 13. Juli 2007:

Wie es besser geht, zeigt heute die japanische Regierung: Japan entscheidet sich für offene Standards

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3 thoughts on “Hanlon’s razor und die Internetgesetzgebung

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