Mission Statement

Ob wir groß werden? Wahrscheinlich nicht. Dafür tummeln sich inzwischen zu viele Blog-Anbieter am Markt und die ganz großen Medienkonzerne wie Holtzbrinck, Bertelsmann und Rupert Mordoch versuchen inzwischen auch den Social-Networking-Markt in Deutschland aufzurollen. Mit deren Werbebudget können wir natürlich nicht mithalten. Wären wir früh genug online gegangen, hätte es vielleicht etwas werden können – so wie beim StudiVZ – aber die seit 2005 andauernden Arbeiten am Portal dauerten in der Umsetzung dann doch länger als geplant.

Was wir aber auf gar keinen Fall werden: böse. 😉 Ich weiß, das hat Google auch mal von sich gesagt und heute behaupten einige das Gegenteil. Aber wir wollen unser “Don’t be evil” von Beginn an etwas konkreter fassen als Google. “Don’t be evil 2.0” sozusagen. 😉

Das wichtigste vorweg: Wir wollen Geld verdienen, zumindest so viel, dass unsere Kosten gedeckt sind – aber am liebsten auch mehr. Das ist das Ziel jedes Unternehmens. Allerdings ordnen wir dieses Zeil unserer von Beginn an klar definierten Unternehmensethik unter, welche vor allem folgende Punkte umfasst:

Transparenz: Wir wollen klare und verständliche Regeln für unser Portal aufstellen und keinen AGB-Wust, in dem irgendwo Sätze wie “Ich gewähre blogage.de einen unbeschränktes Nutzungsrecht an meinen Inhalten” o.ä. auftaucht. Es ist kein Geheimnis, dass wir unsere derzeitigen provisorischen AGBs von einem anderen Bloganbieter zu großen Teilen kopiert haben. Diese Woche werden wir die AGBs allerdings von Grund auf neu schreiben und nur das wichtigste darin erwähnen. Wir wollen kurze, leich verständliche AGBs ohne Hintertüren, die es jedem Nutzer auch zumutbar erscheinen lassen sie zu lesen, bevor sie akzeptiert werden.

Datenschutz: Wir werden keine Nutzerdaten rausrücken, an niemanden. Es sei denn natürlich, wir werden (z.B. im Falle von Strafaten) durch ein Gericht dazu gezwungen. Unser Geschäft aber sind nicht die Daten, da waren wir uns alle von vorne herein einig. Wir wollen mit Werbung und später kostenpflichtigen Accounts Geld verdienen. Punkt.

Vertrauen: Keiner von uns ist Jurist und wir wissen nicht, ob die bald neugeschrieben AGBs wirklich juristisch “wasserfest” sind. Wir setzen einfach drauf, dass wir uns fair verhalten und vertrauen darauf, dass es unsere Nutzer ebenfalls tun.

Keine Zensur: Wenn wir aufgrund gesetzlicher Bestimmungen nicht dazu gezwungen werden, werden wir in privaten Blogs und in den Kommentaren keine Zensur ausüben. Alles, was in den Schranken der Gesetzgebung, insbesondere des Urheberrechts und des Jugendschutzes, öffentlich geäußert werden darf, kann bei uns publiziert werden.

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Was blogage.de möglich machte

Nun ist es also endlich so weit. blogage.de ist online. Noch nicht mit allen bis zum offiziellen Release geplanten Funktionen und noch mit einigen Fehlern behaftet aber funktionstüchtig. Und es wird schon genutzt. Momentan sind wir aufgrund unserer kleinen ausgewählten Userschaft wahrscheinlich eines der Blogportale mit dem höchsten inhaltlichen Niveau – aber ich mache mir keine Illusionen, das wird sich ändern. 😉

Vielen Dank jedenfalls schon mal an alle, die blogage.de schon jetzt nutzen und damit testen. Vielen Dank natürlich auch an meine blogage-Kollegen, die über die letzten 2 Jahre an dem Projekt gearbeitet haben, wovon vieles immer und immer wieder neu programmiert und designed wurde.

Wie aber war ist es überhaupt möglich, dass drei Studenten und ein Arbeitsloser ein Blogportal auf Beine stellten, das sich vor großen Anbietern nicht zu verstecken braucht, sondern im Gegenteil noch einige Funktionen besitzt, die ich von keinem Bloganbieter kenne? Die Antwort lautet zu einem guten Teil: Freie Software. Auf unserem Server läuft – abgesehen von unserer eigenen Software, die wir langfristig ebenfalls unter GPL stellen möchte – 100% Freie Software.

Als die .com-Blase um das Jahr 1999 zu wachsen begann, kauften die damaligen Start-Ups zunächst mal teure Hardware und noch teurere Software: Insbesondere die Lizenz für eine Datenbank wie die von Oracle ruinierte so manches Unternehmen schon bevor es richtig losging. Wir haben keinen Cent für Softwarelizenzen bezahlt, konnten fast ohne finanzielles Risiko einfach loslegen. Die Software wurde erst mittels der freien Programmiersprahe PHP geschrieben, um dann vor ca. vier Monaten auf das ebenfalls freie Webframework Ruby on Rails umzusteigen, mit dem sich viele unserer Ideen sehr viel einfacher umsetzen ließen und das vor allem nicht mit PHP verbundenen Sicherheitsprobleme aufweist. Auf dem Server läuft das sehr stabile, sichere und zuverlässige Debian GNU/Linux, bei der Serversoftware setzen wir auf den schnellen und schlanken LightTPD , die eingesetzte Datenbank ist MySQL. Die mittels Ajax realisierten Effekte stammen von script.aculo.us. Damit setzen wir im großen und ganzen auf dieselbe Software wie Google, YouTube oder andere große Portalanbieter. Investieren mussten wir nur im Vergleich zu .com-Boom-Zeiten lächerlich geringe Beträge in unsere Server-Hardware bei Hetzner und die Domainregistrierunsgebühr. Bis zum Release kommt noch das Geld für ein SSL-Zertifikat sowie für Werbung dazu – aber das war es im Grunde.

Durch Freie Software und die offene Architektur des Internets ist es heute möglich, dass jeder Student, jeder Schüler, mit etwas technischem Wissen und minimalen finanziellen Aufwand etwas wagen kann. Nur durch die Existenz Freier Software konnte so manches Web-SartUp überhaupt gegründet werden – dieses eingeschlossen. Open Source ist daher mehr als eine nette Idee. Freie Software ermöglicht es zahlreichen kleinen unternehmerische Initiativen mit den großen Anbietern in Konkurrenz zu treten, erhöht somit das Angebot und den Konkurrenzdruck, wovon letztlich die Kunden profitieren. Jeder, der solche Webservices nutzt, profitiert davon – meistens, ohne es zu wissen. Daher zuletzt ein Dankeschön an alle Programmierer Freier Software!

Update vom 15. Juni 2007:

Die Softwarearchitektur von blogage.de hat sich nochmals geändert: Statt Lighthttpd nutzen wir inzwischen den besonders schnellen und ressourcenschonenden freien Webserver nginx, der von dem Russen Igor Sysoev entwickelt wird. Die Datenbank haben von MySQL auf PostgreSQL migriert, die besonders durch bessere Skalierbarkeit gegenüber MySQL auffällt (Votrag als Video). Um auch für zukünftiges Wachstum gerüstet zu sein, hat mutle die gesamte Sofware als proxybasiertes System aufgesetzt, wobei Mongrel zum Einsatz kommt. Somit ist heute bereits die Softwarearchitektur vorhanden, um bei steigender Last die Anfragen auf mehrere Server zu verteilen.